Swiss Epic - 1. Etappe

12.09.2018

Eine rein schweizerische Angelegenheit bei der 1. Etappe

Einheimische Fahrer holen sich den Sieg bei den Männern und Frauen beim Perskindol Swiss Epic 2018.

Das Perskindol Swiss Epic 2018 startet die fünf Tage voller Herausforderungen, aber auch Belohnungen durch das Mountainbiken rund um die Bettmeralp. Die diesjährige Ausgabe führt die Fahrer durch knapp 50 Gemeinden im märchenhaften Wallis, umgeben von den Alpen. Die Fahrer legen zwischen 50 und 80km am Tag mit 1800 – 2800 Höhenmeter zurück, bevor sie am Samstag in Zermatt am Fuße des Matterhorn ankommen. 334 Athleten haben das Race Village diesen Morgen unter klarem Himmel verlassen, um auf die 63km lange Strecke zu gehen. Die größte Herausforderung des Tages war der 10km lange Anstieg zurück zum traditionellen Schweizer Dorf.

Das Außenseiter Team BMC Fischer Price hat zum ersten Mal zugeschlagen in der Männer Kategorie und holt sich den Sieg vor dem Scott-SRAM Team. Die Schweizer Martin Fanger und Noah Blöchlinger überquerten die Ziellinie in der ersten Etappe 55 Sekunden vor Matthias Stirnemann und Andri Frischknecht.

Der ausschlaggebende Schritt erfolgte frühzeitig im Rennen mit einer Attacke beim ersten Anstieg. Scott-SRAM, BMC Fischer Price und jb Brunex Felt Factory Team mit Thomas Litscher und Max Foidl haben sich klar von der Gruppe abgesetzt. Bei der schnellen Abfahrt von Fiescheralp nach Fiesch schlitzt sich Litscher den Reifen auf, was unglücklich für jb Brunex Felt war, da der Reifen nicht repariert werden konnte und das Team somit gezwungen den Wettkampf aufzugeben.

Das bedeutete, dass ein Zweikampf zwischen BMC Fischer Price und Scott SRAM auf der weiterführenden Strecke bei der Anfahrt zum 10km langen Anstieg anstand. Andri Frischknecht versuchte es mit einer explosiven Attacke bei der zweitletzten Steigung, was Fanger in Schwierigkeiten brachte. „Ich habe am Wochenende ein Marathon Rennen bestritten, weshalb meine Beine nicht gerade ngut für kurze, harte Anstrengungen sind, daher konnte ich nicht mithalten.“
Damit konnte Scott-SRAM die Führung halten und BMC Fischer Price musste alleine im Niemandsland weiterfahren um den Anschluss nicht komplett zu verlieren.

Scott-SRAM erhöhten die Pace am Ende des Anstieges nochmals, mit dem Ziel den Vorsprung weiter auszubauen – was sich im Nachhinein aber als eine zu scharfe Tempoerhöhung herausstellte. Fanger und Blöchlinger setzten auf eine andere Taktik: „Mit gutem Teamspirit hat Noah mir sehr viel geholfen. Wir hatten eine super konstante Pace und waren am Ende ein wenig schneller und konnten so die Lücke schließen.“

Bei der 53km Marke hat BMC Fischer Price den Anschluss an Scott-SRAM gefunden. Da war Stirnemann schon am kämpfen, „nach der Verpflegungsstation habe ich schon gelitten, ich denke ich habe nicht genug gegessen und hatte am Ende müde Beine. Wir haben es nicht übertrieben… es ist noch ein langer Weg zum Ziel in Zermatt.“

BMC Fischer Price hat alles gegeben auf der ersten Etappe und konnte sich damit den Tagessieg sichern. Scott-SRAM kam als Zweiter ins Ziel und Team BiXS als Dritter nach guter Leistung von Konny Looser und Hansueli Stauffer.
„Es war am Anfang ein bisschen zu schnell für uns und wir wollten unseren Rhythmus fahren und Energie sparen – es bleiben noch vier weitere Tage!“, sagte Looser, der amtierende Schweizer Marathon Champion – seine Augen auf den finalen Preis gerichtet.

Im Feld der Frauen sah es den ganzen Morgen so aus als gewinne das Team Canada mit Catherine Pendrel und Haley Smith, die alle Checkpoints mit einem kleinen Vorsprung auf das Team Thömus mit Alessandra Keller und Katrin Stirnemann passierten. Aber auch sie kamen nicht ohne einen Vorfall durch die Etappe. „Es gab diesen einen Moment, wo ich nicht aufgepasst habe und einen Stein getroffen hab, der mich vom Kurs abkommen und in einen Kuh-Zaun fahren ließ,“ sagte die zweifache Weltmeisterin Pendrel im Ziel.

Der kleine Sturz konnte die zweifache Weltmeisterin und Olympia Medaillenträgerin nicht entmutigen – es war der finale Anstieg, der das kanadische Team ins Verderben getrieben hat. Die Einheimischen Keller und Stirnemann fuhren mit einer konstanten Geschwindigkeit und blieben in Sichtkontakt mit Pendrel und Smith. Team Thömus fuhr an die Kanadier heran und holten zum finalen Überholmanöver im letzten technischen Abschnitt aus.

Die Schweizer Mountainbikerinnen konnten ihren Vorsprung auf 36 Sekunden ausbauen und kamen damit als Erstes ins Ziel – der Tagessieg war perfekt. Keller freute sich: „Ich habe noch nie ein Leader Jersey getragen. Ich will es auf jeden Fall bis zum Ende behalten. Wir geben unser Bestes, wollen aber das Rennen auch genießen!“ sagte die neu-gekrönte U23 Weltmeisterin.

Der Umstand, dass sie immer noch in der Nähe der Gesamtführenden sind, überwog das Gefühl der verlorenen ersten Etappe für Pendrel. „Die Etappe fühlte sich an, wie durch eine Postkarte zu fahren!“

Pendrel’s Enthusiasmus muss ansteckend sein. Die Stimmung war grandios im Race Village – die Landschaft und die herausforderndere Strecke inspirierte die Rider. „Ich habe noch nie so unbeschreiblich schöne Trails in meinem Leben befahren – wir hatten super viel Spaß,“ sagte Heinrich Tait vom Team Chocolate Block aus Südafrika.
Morgen startet die zweite Etappe genauso spektakulär wie die erste geendet hat. Auf dem Weg nach Grächen kann man auf den Höhenwegen über dem Rhonetal schonmal einen Blick auf das Grande Finale werfen – das Matterhorn. Die Route zeichnet sich durch eine zügige Abfahrt nach Mörel, vorbei an der einzigen Safran-Plantage der Schweiz aus. Am Ende des Tages werden die Fahrer sich ihr Abendessen nach 2700 Höhenmetern über 77km redlich verdient haben.

www.swiss-epic.com
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